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Technische Hintergründe

Die Entwicklung und Pflege moderner Webseiten wird immer komplexer. Die Zeiten, in der nur eine einzelne Person für einen Webauftritt verantwortlich ist, sind schon lange vorbei. Größere Webauftritte werden heute in der Regel von mehreren Personen im Team erstellt und betreut. Durch Arbeitsteilung kommt es naturgemäß zu einer Spezialisierung der Personen, die sich mit der Erstellung von Webseiten beschäftigen. Ganz grob können zumindest drei "Personengruppen" unterschieden werden.

  • Die Webdesignerinnen und Webdesigner entwerfen die Webauftritte.
  • Die Webentwicklerinnen und Webentwickler richten die Content-Management-Systeme (CMS) ein und erstellen die Templates der Webauftritte.
  • Die Redakteurinnen und Redakteure erstellen und pflegen die Inhalte der Webauftritte.

Diese drei Personengruppen können noch weiter differenziert und spezialisiert werden. Teilweise verschwimmen und verschmelzen die Aufgabenstellungen aber auch wieder. Als Grundlage einer Arbeitsteilung ist diese Einteilung aber zunächst sinnvoll. Alle an der Erstellung eines Webauftritts beteiligten können in diese drei Gruppen eingeteilt werden und müssen die, der eigenen Arbeit betreffenden Bedingungen der BITV, berücksichtigen.

Webdesignerin, Webdesigner

Die Webdesignerin oder der Webdesigner erstellt Entwürfe für die einzelnen Ansichten des Webauftritts. Neben den technischen Aspekten, wie die Umsetzbarkeit der Entwürfe durch HTML, CSS und dem CMS-System, sind für eine Webdesignerin oder einem Webdesigner auch viele Anforderungen der BITV relevant. Folgende Aspekte müssen unter anderem berücksichtigt werden:

  • Trennung von Vorder- und Hintergrund. Die Webdesignerin und der Webdesigner hat Textfarben so zu wählen, dass alle Texte zu ihren jeweiligen Hintergründen ausreichend kontrastieren.
  • Um Schriftgrafiken zu vermeiden, sollten Schriftarten ausgewählt werden, die auf allen relevanten Plattformen sicher vorhanden sind oder die durch sichere Technologien (zum Beispiel Google Web Fonts) zur Webseite hinzugeladen werden können.
  • Die Webdesignerinnen und Webdesigner müssen sich ebenfalls Gedanken über das Verhalten der Webseiten bei breiten und schmalen Bildschirmen machen. Auch das Verhalten der Webseite bei einer Schriftvergrößerung muss wohl überlegt sein: Wie kann die Webseite wachsen? Welche Spalten wachsen mit der Schriftgröße? Passen alle Wörter der Navigation in den vorgesehenen Bereich? Wie soll sich eine horizontale Navigation bei großer Schrift verhalten? Sind die Hintergrundgrafiken und Deko-Grafiken breit genug, falls ein Browserfenster sehr breit gezogen wird?
  • Die Tastaturbedienbarkeit ist abhängig von der Sichtbarkeit des Tastaturfokus. Eine Webdesignerin oder ein Webdesigner muss in seinen Entwürfen für alle Links definieren, wie sie sich beim Erhalt des Tastaturfokus oder beim Überfahren mit der Maus verhalten sollen. Neben den Links im Inhaltsbereich bedürfen vor allem die Links in den Navigationsblöcken besonderer Aufmerksamkeit.
  • Die Anforderungen an die Navigation und die Orientierung im Internetauftritt erfordern es, dass in den Webseitenentwürfen auch festgelegt wird, wie aktive Menü-Elemente und aufgeklappte Menüebenen auszusehen haben. Es müssen auch zusätzliche Techniken definiert werden, die die Orientierung im Webauftritt erleichtern können. Dazu gehören zum Beispiel der Brotkrümmelpfad, Sitemaps und farbbasierte Orientierungskonzepte.
  • Viele andere kleinere Aspekte der Barrierefreiheit müssen ebenfalls schon in den Entwürfen berücksichtigt werden.

Wo sollen Links zum Überspringen der Navigationsblöcke (Skiplinks) beim Aktivieren per Tastatur angezeigt werden? Wie werden die unterschiedlichen Überschriftebenen in den Inhaltsbereichen deutlich gemacht und so weiter.

Webentwicklerin, Webentwickler

Webentwickler müssen unter anderem die Entwürfe der Designer in HTML, CSS und JavaScript umsetzen. Da die Pflege von Webseiten sehr aufwendig sein kann, werden heute meist sogenannte Web-Content-Management-Systeme (eigentlich WCMS, aber meist allgemein als CMS abgekürzt) eingesetzt. Ein CMS-System dient zur gemeinschaftlichen Erstellung, Bearbeitung und Organisation von Webinhalten, dabei werden die Inhalte vom Layout getrennt verwaltet. Die Ausgabe der Inhalte geschieht meist durch die Verwendung von sogenannten Templates. Templates können als eine Art Schablone betrachtet werden. Die Schablone gibt den Rahmen vor und in diesen werden die eigentlichen Inhalte eingesetzt. Das CMS-System kann dadurch ein einheitliches Aussehen des Webauftritts garantieren. Aufgaben des Webentwicklers sind die Auswahl des CMS-Systems und die Erstellung der Templates.

Auswahl eines CMS

Die Wahl eines CMS-Systems ist eine grundlegende Entscheidung. Neben persönlichen Vorlieben und betrieblichen Anforderungen ist die Unterstützung der Barrierefreiheit ein entscheidendes Kriterium. Ist es überhaupt möglich mit dem gewählten CMS einen barrierefreien Webauftritt zu erstellen oder verhindert das CMS sogar die Erstellung eines barrierefreien Webauftritts? Neben dieser minimalen Voraussetzung, sollte das CMS vor allem aber die Erstellung barrierefreier Webseiten aktiv unterstützen. Die Redakteure sollten angeleitet und kontrolliert werden, alle Inhalte so aufzuarbeiten, dass das Ergebnis barrierefrei wird. Eine besondere Beachtung muss an dieser Stelle auch die Art der Inhalte erfahren. Reine Text- bzw HTML-Inhalte mit Überschriften und einigen Bildern, machen in der Regel keine Probleme. Wenn mit dem CMS-System aber auch Multimedia-Inhalte, Datentabellen und Formulare erstellt und barrierefrei angeboten werden sollen, schränkt dies die verwendbaren CMS-Systeme ein.

Die Kriterien zur Auswahl eines CMS werden in folgenden Dokumenten ausführlich untersucht:

Neben den Richtlinien für zugängliche Webseiten (WCAG) hat das W3C auch Richtlinien für Autorenwerkzeuge veröffentlicht. Diese Authoring Tool Accessibility Guidelines (ATAG) befassen sich in Abschnitt B mit den Funktionen, die ein CMS-System bereitstellen muss.

Der von vielen Behörden in Deutschland verwendete Government Site Builder (GSB) wurde speziell mit dem Ziel, barrierefreie Webseiten zu erstellen, entwickelt und lieferte bisher zahlreiche gute Ergebnisse.

Auf der Webseite des BIK-Projekts finden Sie eine Liste mit allen Webauftritten die 90 oder mehr Punkte im BITV-Testverfahren erreicht haben. Neben den Webauftritten wird auch das verwendete CMS aufgelistet. Diese Liste ist ein guter Anhaltspunkt um die Leistungsfähigkeiten der einzelnen CMS-Systeme abzuschätzen.

Erstellung von Templates

Bei der Erstellung der Templates ist für eine Entwicklerin oder einen Entwickler fast die gesamte BITV relevant. Die Hauptaufgaben umfassen aber vor allem folgende Aspekte:

Redakteurin, Redakteur

Die einmalige barrierefreie Erstellung eines Webauftritts ist nur der erste Schritt zu einem barrierefreien Webauftritt. Um eine nachhaltige Barrierefreiheit zu gewährleisten, müssen auch bei der laufenden Pflege und der Aktualisierung der Inhalte bestimmte Aspekte beachtet werden:

Damit die Redakteure den Aufgaben gewachsen sind, sollten diese ausreichend gut geschult werden. Nur gut geschulte und sensibilisierte Redakteure können langfristig einen barrierefreien Webauftritt aufrechterhalten. Gute Hilfestellungen sind auch ausführliche und auf das genutzte CMS abgestimmte Anleitungen und Handlungsanweisungen.

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