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Gebärdensprache

Begründung

Eine offensichtliche Barriere für gehörlose Menschen im Internet sind alle Arten von Audioausgaben. Signaltöne, Audiodateien und die Tonspur eines Videos können nicht direkt wahrgenommen werden und müssen zum Beispiel im Fall von Videos untertitelt werden. Weniger bekannt ist, dass Menschen, die von Geburt an gehörlos sind, häufig auch Verständnisprobleme beim Lesen komplexer Texte haben. Der Grund hierfür ist, dass diese Menschen als Muttersprache die Deutsche Gebärdensprache (DGS) lernen, deren Grammatik sich von der der deutschen Schriftsprache deutlich unterscheidet. Unter Gebärdensprache versteht man (vgl. Glossar der BITV 2.0):

"[...] eine eigenständige, visuell wahrnehmbare natürliche Sprache, die insbesondere von gehörlosen und schwerhörigen Menschen zur Kommunikation genutzt wird. Gebärdensprache besteht aus kombinierten Zeichen (Gebärden), die vor allem mit den Händen, in Verbindung mit Mimik und Mundbild (lautlos gesprochene Wörter oder Silben) und zudem im Kontext mit der Körperhaltung gebildet werden."

Die "Deutsche Gebärdensprache" ist in Deutschland eine anerkannte Sprache (vgl. BGG § 6):

"§ 6 Gebärdensprache und andere Kommunikationshilfen(1) Die Deutsche Gebärdensprache ist als eigenständige Sprache anerkannt. [...]"

Die BITV 2.0 verlangt nicht, dass alle Inhalte eines Webangebotes in Deutscher Gebärdensprache angeboten werden müssen. Deshalb ist es für ein inklusives Webangebot wichtig, dass für alle Inhalte die bereits erwähnten Anforderungen an die Lesbarkeit von Texten eingehalten werden. Darüber hinaus müssen die wichtigsten Informationen auch in Deutscher Gebärdensprache angeboten werden. Hierzu müssen Videos produziert werden, die bestimmte technische und inhaltliche Voraussetzungen erfüllen, um gut von gehörlosen Menschen verstanden werden zu können. Der Einsatz von Videos mit Informationen in Deutscher Gebärdensprache ist aus Sicht der Verbände gehörloser Menschen ein wichtiger Schritt zur gleichberechtigten Teilhabe gehörloser Menschen.

Ziel ist es die Teilhabe von gehörlosen Menschen durch das Angebot der Inhalte in der Deutschen Gebärdensprache besser zu ermöglichen.

Weiterführende Informationen und Quellen:

Anleitung

In der BITV ist geregelt, an welcher Stelle im Webangebot, welche Inhalte, mit welchen Methoden angeboten werden müssen, damit ein webbasiertes Angebot von gehörlosen Nutzerinnen und Nutzern barrierefrei wahrgenommen werden kann.

Wo?

Informationen in Deutscher Gebärdensprache müssen auf der Startseite von Internetauftritten und öffentlich zugänglichen Intranetauftritten angeboten werden. So sind sie unmittelbar für gehörlose Menschen an zentraler Stelle auffindbar. Dies ist in der BITV 2.0 in §3 Absatz 2 im 1. Satz geregelt.

Die Einbindung des oder der Videos auf der Startseite sollte insbesondere bei neuen Webauftritten von Anfang an in das Konzept einbezogen werden. Insbesondere wenn ein Ausbau des Angebots über die Minimalanforderung der BITV 2.0 hinaus geplant ist, ist dies eine wichtige Voraussetzung für eine übersichtlich gestaltete Navigation, gute Orientierung im Angebot und eine gute Auffindbarkeit der Videos (vgl. BIMM-Leitfaden, 3. Produktion eines Gebärdensprach-Films im Überblick).

Was?

Auf der Startseite des Webangebots sollen Informationen zu drei Bereichen angeboten werden. Informationen:

  1. zum Inhalt
  2. zur Navigation
  3. Hinweise auf weitere Informationen in Deutscher Gebärdensprache

(vgl. BITV 2.0, §3 Anzuwendende Standards, Absatz 2)

Informationen zum Inhalt umfassen Informationen (vgl. Begründung zur BITV 2.0):

  • zur Behörde allgemein,
  • zur Struktur der Behörde,
  • zu den Aufgaben der Behörde, einschließlich der Dienstleistungsangebote für Bürgerinnen und Bürger,
  • zu Anlaufstellen in den Behörden

Es geht also in erster Linie um Informationen, die sich nur selten ändern werden und daher nicht ständig aktualisiert werden müssen. Durch die genannte Auswahl der in DGS darzustellenden Themen können gehörlose Menschen schnell in Erfahrung bringen, ob die Behörde die von ihnen gesuchten oder für sie interessanten Aufgaben und Dienstleistungen anbietet. Falls eine Auswahl der in DGS darstellbaren Dienstleistungen getroffen werden muss, sollten zunächst die besonders häufig nachgefragten Themen und behinderten- und gehörlosenspezifische Themen ausgewählt werden. Dies entspricht der im "Leitfaden für den Einsatz von Gebärdensprach-Filmen in multimedialen Anwendungen" empfohlenen Reihenfolge für die Auswahl von Inhalten. Besonders wichtig ist der Hinweis auf Kontaktmöglichkeiten zur Behörde, die von Gehörlosen genutzt werden können. Diese Kontaktmöglichkeiten sollten aufgrund der genannten Probleme Gehörloser mit der deutschen Schriftsprache nicht ausschließlich aus Kontaktformularen bestehen.

Die Erläuterung des Navigationskonzepts sollte nicht zu lang sein, und nur kurz erwähnen, in welchen Bereichen des Angebots welche Informationen auffindbar sind. Falls es mehr als ein Menü auf den Seiten gibt oder ein spezielles Orientierungssystem oder Merkmale, an denen sich die Nutzerinnen und Nutzer orientieren können, kann dies ebenfalls in DGS beschrieben werden.

Gibt es weitere Informationen im Angebot, die in DGS verfügbar sind, sollten diese Bereiche ebenfalls auf der Startseite des Angebots kenntlich gemacht werden und eine direkte Möglichkeit existieren, zu diesen zu gelangen.

Betreibt eine Behörde mehrere Webangebote, können die einmal erstellten Videos in DGS mehrfach verwendet werden, um Kosten zu sparen. Dies betrifft zum Beispiel Auslandsvertretungen. Da sich die Navigationskonzepte in diesen Angeboten einer Behörde möglicherweise unterscheiden, kann auf Erläuterungen der Navigation verzichtet werden. Das gleiche gilt für Verweise auf weitere Informationen in DGS in den jeweiligen Angeboten. Eine andere Möglichkeit wäre dies in getrennten Videos für jeden Auftritt einzeln zu beschreiben. So könnte das Video, das vermutlich die meisten Informationen zur Behörde enthält, mehrfach verwendet werden und jeweils um kürzere Videos zum Beispiel zur Navigation individuell auf jeder Seite ergänzt werden.

Die Definition der Inhalte, die entsprechend der BITV 2.0 in DGS bereitgestellt werden müssen, ist als Minimalanforderung zu verstehen. Für die Auswahl weiterer Themen kann die bereits erwähnte empfohlene Reihenfolge im "Leitfaden für den Einsatz von Gebärdensprach-Filmen in multimedialen Anwendungen" verwendet werden.

Wie?

Die Seiten auf denen die Filme in Deutscher Gebärdensprache angeboten werden, müssen wie alle anderen Seiten auch die Anforderungen der Anlage 1 erfüllen. Darüber hinaus müssen die Filme selbst die Anlage 2 (zu § 3 Absatz 2 und § 4 Absatz 1) Teil 1 erfüllen. Die 7 Anforderungen basieren auf den Ergebnissen des "Leitfaden[s] für den Einsatz von Gebärdensprach-Filmen in multimedialen Anwendungen" und werden im Folgenden kurz erläutert. Über diese Anforderungen hinaus sollten die Empfehlungen des Leitfadens zur Konzeption eines Webangebots mit DGS-Filmen berücksichtigt werden.

Vorgaben für Filme in Deutscher Gebärdensprache

Die Vorgaben der BITV für den Einsatz von Gebärdensprache sollen eine gute Qualität der Gebärdensprach-Filme sicherstellen. Die ersten drei Anforderungen in Anlage 2 Teil 1 der BITV 2.0 beziehen sich auf die Darstellerin oder den Darsteller und sollen die Verständlichkeit der Gebärden sicherstellen. Anforderung 4 betrifft die Kennzeichnung des Videos im Angebot, damit dieses schnell und eindeutig gefunden werden kann. Anforderungen 5 bis 7 regeln technische Details u.a. zur Einbindung in das Webangebot.

Die 7 Punkte der Anlage 2 kurz erläutert:

"1. Schatten auf dem Körper der Darstellerin oder des Darstellers sind zu vermeiden. Die Mimik und das Mundbild müssen gut sichtbar sein."

Die Gebärden sind eine Kombination aus Zeichen, die mit den Händen in Verbindung mit Mimik und Mundbild sowie Körperhaltung gebildet werden. Daher ist es wichtig, dass die Darstellerin oder der Darsteller vollständig im Bild erkennbar und durch entsprechend gewählte Lichtverhältnisse gut sichtbar ist. Die Darstellerin oder der Darsteller sollte auch möglichst groß im Bild zu sehen sein. Um dies zu erreichen, sollte zum Beispiel nicht der Unterkörper der Darstellerin oder des Darstellers im Bild zu sehen sein und nicht sitzend gebärdet werden.

"2. Der Hintergrund ist statisch zu gestalten. Ein schwarzer oder weißer Hintergrund ist zu vermeiden."

Ein unruhiger Hintergrund würde die Erkennbarkeit der Gebärden einschränken. Insbesondere Bewegung im Hintergrund ist zu vermeiden. Es sollten nicht mehr als zwei Farben für den Hintergrund verwendet werden. Farbverläufe von hell nach dunkel sind zulässig und schränken die Erkennbarkeit nicht ein. Auf grelle Farben sollte verzichtet werden, sanfte bzw. matte Töne sind zu bevorzugen.

Ist im Hintergrund ein Logo o.ä. abgebildet, sollte dieses möglichst in einer Ecke platziert werden und nicht von der Darstellerin bzw. dem Darsteller beim Ausführen der Gebärden überdeckt werden.

"3. Der Hintergrund sowie die Kleidung und die Hände der Darstellerin oder des Darstellers stehen im Kontrast zueinander. Dabei soll die Kleidung dunkel und einfarbig sein."

Die Darstellerin oder der Darsteller sollte möglichst einfarbige Kleidung tragen, die zu den Händen einen guten Kontrast bildet. Kurzärmlige Kleidung unterstützt das Verständnis der Gebärden. Auf alles was die Konzentration der Betrachterinnen und Betrachter ablenken könnte ist zu verzichten, beispielsweise auf Schmuck und gemusterte Kleidung.

"4. Das Video ist durch das Logo für die Deutsche Gebärdensprache gekennzeichnet. Die farbliche Gestaltung des Logos kann dem jeweiligen Design des Auftritts angepasst werden.

DGS

Symbol für Deutsche GebärdenspracheQuelle:http://www.dgs-filme.de/GWHomepage/dgslogo_ls.htm bzw. http://www.dgs-filme.de/GWHomepage/images/dgs_symbol_57.png“

Eine schnelle und eindeutige Auffindbarkeit der Gebärdensprach-Filme ist sicherzustellen. Dies kann am einfachsten durch die Verwendung des genannten Logos geschehen. Die im Logo verwendete Abkürzung "DGS" steht für "Deutsche Gebärdensprache". Das Symbol sollte nicht zu klein eingebunden werden, möglichst konsistent an der gleichen Stelle eingebunden werden und im Viewport liegen, also dem ohne scrollen sichtbaren Bereich der Webseite.

Das Logo steht unter der "Creativ-Commons-Lizenz BY-NC 3.0". Das heißt "Sie dürfen: das Werk bzw. den Inhalt vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen. Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes bzw. Inhaltes anfertigen" (Quelle: Namensnennung-Nicht-kommerziell 3.0 Deutschland (CC BY-NC 3.0)). Bedingungen für die Nutzung sind allerdings die Nennung des Autors/Rechteinhabers und eine nicht-kommerzielle Nutzung.

"5. Die Auflösung beträgt mindestens 320 mal 240 Pixel."

Die Fenstergröße muss mindestens in dieser Größe gewählt werden, damit eine gute Sichtbarkeit der Darstellerin bzw. des Darstellers sichergestellt ist. Wird ein 16:9 Format verwendet, muss die Mindesthöhe von 240 Pixeln ebenfalls gewährleistet sein. Die Einbindung im Player auf der Webseite muss in diesem Fall ebenfalls dem Format angepasst werden, damit die Mindesthöhe nicht durch die Verwendung unterschiedlicher Seitenverhältnisse weiter vermindert wird.

"6. Die Bildfolge beträgt mindestens 25 Bilder je Sekunde."

Diese Bildfolge ist notwendig, um eine ruckelfreie, fließende Wiedergabe sicherzustellen. Um Unterbrechungen auf jeden Fall zu vermeiden, ist eine um maximal 5 Sekunden verzögerte Wiedergabe des Videos akzeptabel.

"7. Der Gebärdensprach-Film ist darüber hinaus als Datei zum Herunterladen verfügbar. Es sind Angaben zur Größe der Datei sowie zur Abspieldauer verfügbar."

Um Schwierigkeiten einiger Nutzerinnen und Nutzer durch (Firmen-)Firewalls vorzubeugen, ist der Gebärdensprach-Film zusätzlich als Datei zum Herunterladen anzubieten. Dies ist jedoch nur eine zusätzliche Option, um den Zugriff auf jeden Fall sicherzustellen.

Weiterführende Informationen und Quellen:

Zeitplan für die Umsetzung

Gebärdensprachfilme müssen wie in "§ 4 Umsetzungsfristen für die Standards", Absatz 2 geregelt spätestens ab dem 22. März 2014 in den Angeboten zur Verfügung gestellt werden. Dieser Termin ist gewählt worden, um den Behörden ausreichend Zeit zu geben, Erfahrungen mit der Erstellung eigener bzw. Beauftragung von professionellen Videos zu sammeln. Auch wenn ausreichend Zeit zwischen dem Inkrafttreten der Verordnung und dieser Frist liegt, sollte ausreichend Zeit für die Erstellung und Einbindung der Videos eingeplant werden. Insbesondere wenn jetzt neue Angebote erstellt oder in Auftrag gegeben werden, sollten die Videos bereits von Anfang an mit eingeplant werden.

Darstellerinnen und Darsteller in DGS-Filmen

In den meisten Filmen, die zurzeit eingesetzt werden, gebärden menschliche Darsteller die Informationen. Hierbei wird die Beauftragung von Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern, also "Menschen, die Gebärdensprache von Geburt an auf natürliche Weise im Umgang mit Eltern, Geschwistern usw. erlernt haben" empfohlen (s. Begründung zur BITV 2.0). Aufgrund der finanziellen Realisierbarkeit und der höheren Kosten für ein professionell erstelltes Gebärdensprachvideo (ca. 3500 Euro), ist jedoch auch das Abfilmen von Gebärdensprach-Dolmetscherinnen und -Dolmetschern ausdrücklich erlaubt (Kosten ca. 500 Euro). Bei den in der Begründung zur BITV 2.0 genannten Preisen handelt es sich um Richtwerte, die sich zukünftig aufgrund der Preisentwicklung ändern können.

"Avatar bezeichnet in der Welt der Computersysteme eine virtuelle menschliche Figur, die vom Computer gesteuert wird, um z.B. auf einer Webseite Produkte vorzustellen oder in einem Computerspiel eine sogenannte Nichtspieler‐Figur zu verkörpern. Der Begriff kommt ursprünglich aus dem Sanskrit. (Quelle: Forschungsbericht 417, Glossar der Machbarkeitsstudie, Seite 6)"

Da es beim Einsatz von Avataren bei der automatischen Umsetzung von Text zu Gebärdensprache bisher einige Verständnis- und Akzeptanz-Probleme auf Seiten von gehörlosen Menschen gegeben hat, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Studie in Auftrag gegeben, die die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten dieser Avatare klären sollte. Die "Machbarkeitsstudie zur Abschätzung der Nutzungsmöglichkeiten von Gebärdenavataren" ist im Jahr 2011 zu einem positiven Ergebnis gekommen:

"Die Frage, ob wesentliche Fortschritte in der Nutzung von Gebärdensprachavataren in einem angemessenen Zeitraum und mit einem verhältnismäßigen Mitteleinsatz erreicht werden können, können wir positiv beantworten. (Quelle: Forschungsbericht 417, Fazit, Seite 75)"

Dies würde laut der Studie unter den entsprechenden Rahmenbedingungen ca. 4-5 Jahre Forschung erfordern. Der Vorteil der Avatar-Lösung wäre, dass auch schneller veränderbare Informationen und aktuellere Daten in DGS angeboten werden könnten und insgesamt vermutlich mehr Informationen zur Verfügung stehen würden als bisher.

Weiterführende Informationen und Quellen:

Einbindung in ein Webangebot

Wie bereits anfangs erwähnt, sollte die Einbindung von Gebärdensprach-Filmen von Anfang an bei der Konzeption berücksichtigt werden. Die Filme müssen schnell auffindbar und gut gekennzeichnet sein. Je nach Format der Gebärdensprach-Filme können unterschiedliche Möglichkeiten zum Abspielen der Filme angeboten werden. Dabei müssen die Anforderungen und Bedingungen der Anlage 1 der BITV berücksichtigt werden. Das heißt insbesondere, dass das Abspielen und Stoppen der Filme barrierefrei möglich sein muss. Beispielsweise müssen die Filme mit der Tastatur bedienbar sein. Weitere Hinweise hierzu finden Sie im Abschnitt "2.4.1 Tastaturbedienbarkeit". Im Folgenden werden einige Beispiele für die Einbindung und Präsentation von Gebärdensprach-Filmen vorgestellt.

Ausschreibungen und Abnahme von Filmen in Deutscher Gebärdensprache

Für die Ausschreibungen professionell zu erstellender Gebärdensprachfilme durch externe Agenturen bietet es sich an, auf eine Musterausschreibung zurückzugreifen. Eine Liste der Adressen von Anbietern professionell erstellter Gebärdensprachvideos wird vom Projekt "Digital informiert - im Job integriert" gepflegt. Vor der Auftragsvergabe sollten entsprechend der Musterausschreibung des Bundesverwaltungsamtes drei Demofilme angefordert und in Bezug auf die Leistungsbeschreibung bzw. die BITV 2.0 bewertet werden. Die Leistungsbeschreibung der Musterausschreibung enthält dabei höhere Mindestanforderungen als die BITV 2.0, da die Gestaltungsspielräume, die die BITV 2.0 lässt, hier zugunsten der Qualität der Filme genauer vorgegeben werden. Auch die erstellten Filme sollten abschließend in Bezug mindestens auf Einhaltung der Kriterien der Anlage 2 Teil 1 der BITV 2.0 überprüft werden.

Zum Testen kann auch auf die auf Grundlage des "Leitfaden[s] für den Einsatz von Gebärdensprach-Filmen in multimedialen Anwendungen" vom Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI) erstellten Prüfverfahrens zurückgegriffen werden. Die Prüfung von Gebärdensprachfilmen ist Gegenstand von Anhang 3 (Teil 1 und 2) zum Zertifizierungsprogramm DIN-Geprüft barrierefreie Website (Zertifikat wird aktuell nicht mehr angeboten, Stand:06/2012).

Weitere Hinweise:

Beispiele

In einigen Web-Angeboten, u.a. auch des Bundes, sind bereits Informationen in Gebärdensprache verfügbar. Einige Beispiele sind im Folgenden kurz vorgestellt:

Sprachauswahl im Portal "Einfach Teilhaben"

Webangebot: Portal "Einfach Teilhaben"

Sprachauswahl im Portal „Einfach Teilhaben“ Sprachauswahl im Portal „Einfach Teilhaben“

Horizontale Navigation am Anfang der Seite zur Auswahl der Sprache ist auf allen Seiten verfügbar. Eine einmal vorgenommene Einstellung bleibt beim Surfen auf den Seiten erhalten. Bei der Auswahl eines Navigationspunktes werden die in diesem Bereich verfügbaren DGS-Videos angezeigt.

Sprachauswahl im Webangebot der Antidiskriminierungsstelle

Webangebot: Antidiskriminierungsstelle

Sprachauswahl im Angebot www.antidiskriminierungsstelle.de Sprachauswahl im Angebot www.antidiskriminierungsstelle.de

Auf allen Seiten zusammen mit der Auswahl anderer Sprachen verfügbare Versionen in DGS und Leichter Sprache. Die Auswahl führt zu einer Übersichtsseite aller in DGS verfügbaren Beiträge, unabhängig davon auf welcher Seite sich die Nutzerinnen und Nutzer gerade befinden.

Integration der DGS-Filme im Webangebot des imhplus-Projektes

Webangebot: imh plus — Information für gehörlose und schwerhörige Menschen mit zusätzlichen Handicaps

Sprachauswahl im Angebot www.imhplus.de Sprachauswahl im Angebot www.imhplus.de

Sprachauswahl auf jeder Seite möglich. Sofern der Beitrag in DGS verfügbar ist, wird dieser angezeigt. Die Sprachauswahl bleibt erhalten.

Präsentation der Gebärdensprach-Filme im Webangebot der Bundesregierung

Webangebot: Gebärdensprachfilme im Webangebot der Bundesregierung

Übersichtsseite der im Angebot der Bundesregierung verfügbaren DGS-Filme Übersichtsseite der im Angebot der Bundesregierung verfügbaren DGS-Filme

Die Gebärdensprach-Filme sind von allen Seiten aus über die Servicenavigation am Anfang der Seite erreichbar. Die verfügbaren Filme werden kurz erläutert, um die Auswahl zu erleichtern. Verfügbare Themen sind u.a. "Arbeit und Aufgaben des Bundespresseamtes" und "Was stellt das Bundespresseamt auf www.bundesregierung.de zur Verfügung?".

Weitere Beispielseiten

BITV 1.0 zu BITV 2.0

Da es sich bei den hier beschriebenen Anforderungen um neue, bisher nicht in der BITV explizit vorhandene Anforderungen handelt, müssen diese in der Regel vollständig neu umgesetzt werden. Nur wenige Anbieter haben bisher freiwillig oder aufgrund eines indirekt aus dem BGG ableitbaren Anspruchs heraus, Gebärdensprach-Filme angeboten. Anbieter, die sich bisher an dem im Jahr 2006 entstandenen "Leitfaden für den Einsatz von Gebärdensprach-Filmen" orientiert haben, werden die Anforderungen der BITV 2.0 weitgehend erfüllen.

© Bundesministerium für Arbeit und Soziales